NIUS berichtet im Sonntagstrend von 29 Prozent für die AfD und 19 Prozent für CDU/CSU. [1] Die Forschungsgruppe Wahlen nennt im Politbarometer dagegen 28 zu 21 Prozent. Dafür wurden vom 22. bis 24. September 1.346 Wahlberechtigte telefonisch und online befragt. [2]
Das sind zwei getrennte Erhebungen. Der Abstand beträgt zehn beziehungsweise sieben Prozentpunkte; daraus lässt sich weder ein Wahlergebnis noch eine sichere künftige Regierungsmehrheit ableiten. Ebenfalls relevant: Im Politbarometer halten 59 Prozent die Ablehnung einer CDU-Kooperation mit der AfD für richtig. [2] Eine starke Partei in der Sonntagsfrage und Zustimmung zu einer bestimmten Koalition sind nicht dasselbe.
AQ-Kommentar
Trotzdem wäre es bequem, das deutliche Warnsignal für die Union als reines Vermittlungsproblem abzutun. Wenn Kunden reihenweise das Geschäft verlassen, liegt es möglicherweise nicht nur an der Schriftart des Werbeplakats.
Aus unserer Sicht sollte die Union ihre Entscheidungen, Versprechen und Ergebnisse überprüfen, statt die Diskussion auf den Umgang mit dem politischen Konkurrenten zu verkürzen. AfD-Positionen verdienen eine sachliche Auseinandersetzung. Zustimmung darf begründet, Kritik muss konkret sein.
Das ist zugleich eine Aufgabe für die AfD: Von Unzufriedenheit zu profitieren ist noch kein Beweis für bessere Regierungsarbeit. Wer Vertrauen verlangt, sollte erklären können, was er wie verändern will – und woran sein Erfolg später gemessen werden soll.
Quellen
Redaktionsstand: 28. September 2026 · 08:30 Uhr MESZ.
