Was berichtet wird
Nach Informationen von Reuters halten mehrere Mitglieder des EZB-Rates im September eine Anhebung des Einlagensatzes von 2,25 auf 2,50 Prozent für angebracht. Eine offizielle Entscheidung liegt noch nicht vor.
Warum über höhere Zinsen gesprochen wird
In Deutschland stieg die jährliche Teuerungsrate im August 2026 von 2,8 auf 2,9 Prozent. Das lag unter der zuvor erwarteten Rate von 3,1 Prozent, bedeutet aber weiterhin Preisdruck. Die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel blieb bei 2,4 Prozent.
Was für eine Erhöhung spricht
Höhere Zinsen bremsen Kreditaufnahme und Nachfrage. Dadurch können Unternehmen Preiserhöhungen schwerer durchsetzen. Gleichzeitig signalisiert die Zentralbank, dass sie dauerhaft erhöhte Inflation nicht akzeptiert.
Was dagegen spricht
Zinsen wirken nicht gezielt. Sie treffen Investitionen, Wohnungsbau und Unternehmen, die neue Maschinen oder Produktionsanlagen finanzieren wollen. Die EZB kann durch höhere Zinsen außerdem keine zusätzlichen Öl- oder Gaslieferungen schaffen.
Aquachoice-Kommentar
Stabile Preise sind unverzichtbar. Trotzdem darf Geldpolitik nicht zum Reparaturbetrieb für energie- und wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen werden. Wer zuerst Produktionskosten steigen lässt und danach die Finanzierung verteuert, darf sich über ausbleibendes Wachstum nicht wundern.