IQ meldet am 7. September unter Berufung auf den gemeinsamen Festivalreport mit ROSTR einen Anstieg von 15 Prozent bei weiblichen Solo-Headlinern europäischer Festivals. Die öffentliche Ankündigung nennt außerdem Geschlechterverteilung, Genres und Agenturbuchungen als Untersuchungsfelder.
Was sich daraus nicht ableiten lässt
Die vollständige Methodik lag für diesen Beitrag nicht vor. Deshalb wird aus der gemeldeten Steigerung weder ein Zuwachs um 15 Prozentpunkte noch ein bestimmter Frauenanteil auf allen europäischen Bühnen. Auch absolute Ausgangszahlen und der genaue Vergleichsmaßstab dürfen nicht ergänzt werden, solange sie nicht belegt sind.
Aquachoice-Kommentar
Mehr Sichtbarkeit kann musikalische Entdeckungen ermöglichen. Gute Programme sollten zugleich daran gemessen werden, welche Künstler sie präsentieren, wie sie ihre Bühnen besetzen und ob das musikalische Konzept trägt. Eine einzelne Kennzahl beantwortet diese Fragen nicht.
Die Gegenprobe
Weder beweist ein Anstieg automatisch faire Zugangsbedingungen noch lässt er sich ohne weitere Belege als bloße Quotenpolitik abtun. Dafür müsste man Buchungsprozesse und Kriterien untersuchen. Der sinnvolle nächste Schritt sind transparente absolute Zahlen, eine klare Definition von „Headliner“ und eine nachvollziehbare Vergleichsgruppe. Bis dahin bleibt die 15-Prozent-Angabe eine ausdrücklich IQ zugeschriebene Meldung.
