CDU-Landesvize Tino Schomann fordert nach einem Apollo-News-Bericht über ein NZZ-Interview erneut den Rückzug von Friedrich Merz und nennt Markus Söder als mögliche Alternative. Innerhalb der Union gibt es Widerspruch; Söder stellt sich laut Bericht hinter Merz. Ein Kanzlerwechsel ist damit nicht beschlossen. [1]
AQ-KOMMENTAR Die entscheidende Frage beginnt dort, wo das übliche Personalkarussell aufhört: Welche Politik würde tatsächlich anders? Ein ausgetauschtes Namensschild senkt keine Stromrechnung, beschleunigt keine Verwaltung und beantwortet keine offenen Fragen der Bürger. Der Sessel kann sich drehen, während der Kurs derselbe bleibt.
Natürlich ist Führung wichtig. Ein personeller Neuanfang kann sinnvoll sein. Aber wer ihn fordert, sollte erklären, welche Entscheidungen er ändern will und wie daraus überprüfbare Ergebnisse werden. Sonst bleibt vom großen Aufbruch nur eine neue Besetzung für die nächste Talkshow.
Zu einer ernsthaften politischen Debatte gehört für mich außerdem, Vorschläge nach ihrem Inhalt zu prüfen. Das gilt auch für die AfD. Zustimmung darf kein Automatismus sein; reflexhafte Abwehr ebenso wenig. Wer einen Vorschlag ablehnt, sollte sagen können, was daran falsch ist und welche bessere Lösung er anbietet.
Mein Maßstab ist deshalb schlicht: weniger Personaltheater, mehr nachvollziehbare Entscheidungen. Nicht die Partei entscheidet darüber, ob eine Frage gestellt werden darf. Ein offener Streit um die bessere Antwort gehört zum politischen Geschäft.
Quellen
Redaktionsstand: 19. September 2026 · 06:14 Uhr MESZ.
