Die SPD will am 29. September Möglichkeiten einer Regierung ohne AfD besprechen. Die CDU hat die Teilnahme abgelehnt. Im Zentrum des Vorstoßes steht die Idee eines überparteilichen Ministerpräsidenten; die SPD verweist auf die notwendige Handlungsfähigkeit des Landes. [1]
Die CDU erklärte bereits Anfang September ausdrücklich, aus dem Wahlergebnis keinen eigenen Auftrag zur Regierungsbildung abzuleiten. [2] Die AfD erreichte 43,8 Prozent und wurde stärkste Partei, blieb jedoch ohne absolute Mehrheit. [3]
AQ-Standpunkt
Wir halten es für richtig, mit dem Wahlsieger zu sprechen. Wer einen so großen Teil der Wähler politisch aus Gesprächen ausschließt, sollte erklären, wie daraus dauerhaft mehr Vertrauen entstehen soll. Eine Gesprächseinladung wäre kein Koalitionsvertrag und erst recht kein Verzicht auf eigene Überzeugungen.
Das Gegenargument verdient eine faire Antwort: Parteien dürfen eine Zusammenarbeit wegen fundamentaler politischer Differenzen ablehnen. Auch ein Wahlsieg verpflichtet andere Parteien nicht zur Unterstützung. Daraus folgt aber nicht, dass jede mögliche Unterhaltung bereits eine Gefahr wäre.
Entscheidend sind am Ende belastbare Mehrheiten und ein tragfähiges Programm. Schulen, Verwaltung und Wirtschaft werden nicht besser, weil eine Pressekonferenz besonders entschlossen gegen jemanden ausfällt. Eine Brandmauer mag eine Grenze markieren. Als vollständiger Bauplan für eine Regierung ist sie ziemlich dürftig.
Quellen
- MDR, Gesprächsinitiative und CDU-Absage, 24.09.2026
- CDU Sachsen-Anhalt, 08.09.2026
- Forschungsgruppe Wahlen, Wahlanalyse 07.09.2026
Redaktionsstand: 28. September 2026 · 08:30 Uhr MESZ.
