Kommentar aus einer AfD-nahen, regierungskritischen Perspektive. Kein offizieller Parteistandpunkt.
Destatis meldet für das erste Halbjahr 2026 insgesamt 12.812 Unternehmensinsolvenzen. Das sind 6,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Halbjahresstand seit 2013. Gleichzeitig sanken die voraussichtlichen Gläubigerforderungen von 28,2 auf 18,5 Milliarden Euro. Mehr Fälle bedeuten hier also nicht zugleich höhere Gesamtforderungen. [1]
Die Statistik erfasst Verfahren nach einer ersten gerichtlichen Entscheidung; die Anträge liegen häufig ungefähr drei Monate zurück. Sie ist damit kein tagesaktuelles Stimmungsbarometer und zählt auch nicht sämtliche Betriebsschließungen. [1]
Mein Standpunkt: Diese Entwicklung verlangt von der Regierung konkrete Antworten. Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und Entlastungen, deren Wirkung sich prüfen lässt. Eine Pressekonferenz bezahlt keine Rechnung, und ein neues Schlagwort ersetzt keine funktionierende Verwaltung.
Aus AfD-naher Perspektive liegt eine harte Prüfung der Wirtschafts- und Bürokratiepolitik nahe. Doch die Zahl beweist nicht, dass die Bundesregierung jede einzelne Insolvenz verursacht hat. Die Statistik liefert keine solche Ursachenanalyse. Auch bedeutet ein Verfahren nicht automatisch das Ende eines Betriebs oder sämtlicher Arbeitsplätze.
Wer politisch etwas ändern will, sollte benennen, welche Vorgaben entfallen sollen, welche Kosten entstehen und woran Erfolg gemessen wird. Diesen Anspruch richte ich an die Regierung und ebenso an AfD-Vorschläge. Regierungskritik wird überzeugender, wenn sie überprüfbare Alternativen vorlegt. Die Unternehmen brauchen Ergebnisse, keine gegenseitig zugeschobenen Verantwortlichkeiten.
Quellen
Redaktionsstand: 13. September 2026 · 09:57 Uhr MESZ.
