AQUACHOICE
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Zuckersteuer: Bald auch auf Nektar, Smoothies und Haferdrinks?

Eine Abgabe auf zuckerhaltige Getränke ist ab 2028 geplant. Über Reichweite, Ausnahmen und betroffene Produktgruppen wird jedoch noch gestritten.

26. August 2026 · Morning Briefing Fakten und Haltung getrennt
KI-Symbolbild zur geplanten Zuckersteuer auf verschiedene Getränke

Was beschlossen und was noch offen ist

Nach Angaben des Deutschen Bundestages plant die Bundesregierung ab 2028 eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke. Ein endgültiges Gesetz mit klarer Produktliste liegt noch nicht vor. Ein Papier aus dem Bundesfinanzministerium schlägt nach Berichten vor, den Kreis weit zu fassen und auch Nektar, Smoothies sowie Getreidedrinks wie Hafermilch einzubeziehen. In der Koalition gibt es dagegen Widerstand.

Das Gesundheitsargument

Befürworter erwarten, dass Hersteller den Zuckergehalt senken und Verbraucher seltener stark gesüßte Getränke kaufen. Internationale Erfahrungen deuten darauf hin, dass Abgaben Rezepturen und Kaufentscheidungen verändern können. Das ist aber nicht automatisch dasselbe wie ein langfristiger Gesundheitsgewinn; dafür zählen Ernährung, Bewegung und Gesamtkalorien.

Wo die Abgrenzung schwierig wird

Bei Limonaden mit zugesetztem Zucker ist die Logik leicht nachvollziehbar. Schwieriger wird es bei Produkten, deren Zucker teilweise natürlich aus Früchten oder Getreide stammt. Ein Smoothie kann viel Zucker enthalten, liefert aber andere Inhaltsstoffe als Cola. Haferdrinks unterscheiden sich je nach Herstellungsverfahren und Rezeptur erheblich. Eine pauschale Besteuerung kann deshalb willkürlich wirken.

Das Gegenargument

Steuern verteuern den Alltag und treffen Haushalte mit kleinerem Einkommen besonders. Der Staat gewinnt zudem ein dauerhaftes Einnahmeinstrument, während die Zweckbindung für Prävention oft unklar bleibt. Wer Gesundheit fördern will, sollte zuerst verständliche Kennzeichnung, Aufklärung und Wettbewerb um bessere Rezepturen stärken.

Aquachoice-Standpunkt

Erwachsene Menschen brauchen transparente Informationen, keine immer neue Erziehungssteuer. Eine klare Kennzeichnung des tatsächlichen Zuckergehalts ist sinnvoll. Eine pauschale Abgabe auf sehr unterschiedliche Getränke ist es nicht.

Falls die Politik die Steuer dennoch einführt, braucht es nachvollziehbare Grenzwerte, eine regelmäßige Wirkungskontrolle und eine verbindliche Verwendung der Einnahmen für Prävention. Sonst wird aus Gesundheitspolitik nur die nächste Einnahmequelle.

Quellen